Ladakh

Geographie

Ladakh im westlichen Himalaya, früher Kleintibet genannt, gehört zu den höchstgelegenen und trockensten bewohnten Regionen der Erde.

Ladakh ist die grösste Provinz im nördlichsten indischen Bundesstaat Jammu & Kashmir, grenzt an Tibet und Pakistan und zählt rund 290'000 Einwohner. Die Hauptstadt ist Leh auf 3500 m. über Meer. Die Provinz zählt zu den ärmsten Gegenden Indiens.

Geschichte

Die Geschichte von Ladakh lässt sich in drei wichtige Abschnitte untergliedern:
Als erstes lebten Nomadenstämme der tibetisch-mongolischen Rasse in der gesamten Himalayaregion. Die ersten Einwanderer waren die indoarischen Völker der Mon, Darden und Baltis. Sie lebten in den Jahrhunderten vor Christus als Jäger und Hirten. Mit der Zeit liessen sie sich nieder. Es entstanden erste Fürstentümer.

Dann folgte eine Zeit des unabhängigen Königreiches Ladakh. Sie begann um ca. 940 und sollte 1000 Jahre lang dauern.
Ab 1834 gelang Ladakh unter indische Herrschaft. Als später die Engländer die Kolonialmacht in Indien übernahmen, interessierte sie Ladakh nur wenig. 1842 wurde dennoch die ladakhische Adelsversammlung aufgelöst und der König somit ausgeschaltet.  1913/1914 wurde die nördliche Grenzlinie Indiens gegenüber Tibet entlang der Hauptkette des Himalaya, die sogenannte McMahon-Linie festgelegt.

Sie 1947 ist Indien unabhängig. Ladakh jedoch ist in einer denkbar ungünstigen Position als Pufferzone zwischen Indien und seinen beiden starken Nachbarn Pakistan und China geraten. Da China die McMahon- Linie nicht anerkennt, baute sie in den 50er Jahren eine Strasse auf indischem Gebiet. Dieser Missstand wurde bis heute nicht geklärt und die ladakisch-tibetische Grenze geschlossen. Sie wird von beiden Seiten streng bewacht. Gegenwärtig ist die Beziehung zwischen Indien und China wieder recht entspannt. Dafür fürchtet Indien ein Überschwappen der militanten Moslembewegung von Pakistan, weshalb der Grossteil der Armee sich nun auf die Sicherung dieser Grenze konzentriert. Im Industal und entlang der in unwegsamen Eisregionen liegenden Grenzlinien sind schätzungsweise 30‘000 Soldaten stationiert.

Leute

Ladakh hat etwa 160 000 Einwohner, was einer sehr dünnen durchschnittlichen Besiedlung von 1,35 Einwohnern pro Quadratkilometer entspricht. Jedoch ist diese Zahl trügerisch, denn der grösste Teil der Landfläche, genau 96 %, ist unbewohnbar.
Die ladakhische Volksgruppe als solche gibt es nicht. Vielmehr sind die Ladakhi aus einer Mischung zweier Rassen hervorgegangen, den indoarischen Darden und Gilgit (heute Pakistan) und den Tibetern.

Kultur/Religion

Über 90 % der in Zentralladakh lebenden Menschen sind Buddhisten. Die buddhistische Philosophie wurde schon vor über 2000 Jahren aus dem damals buddhistischen Indien in den Himalaya gebracht, wo sie seitdem tiefe Wurzeln geschlagen hat. Ladakh ist geprägt durch die tibetisch-buddhistische Kultur, umfasst aber auch eine moslemische Minderheit.